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Die Feuertaufe

Die Feuertaufe

Titel: Die Feuertaufe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: David Weber
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richtig in Erinnerung habe, waren Mike und du ja der Ansicht, das sei eine ganz prima Idee.«
    Die Katz bliekte, rümpfte die Nase und ließ ihre Schnurrhaare auf und ab tanzen. Honor grinste ihn an, obwohl ihr Vorwurf wirklich nicht ganz unberechtigt war. Nimitz hatte immensen Spaß daran, anderen Streiche zu spielen. Dabei war sein Humor alles andere als feinsinnig, und so hatte er Honor während ihrer Kadettenzeit bei mehr als nur einem geradezu ungeheuerlichen Streich geholfen. Dieser Zwischenfall bei der Regatta war lediglich das Spektakulärste, bei dem sie jemals erwischt worden waren.
    Stillvergnügt lachte Honor in sich hinein und schlang die Arme um ihren Gefährten. Dann senkte sie das Gesicht, bis ihr Kinn sanft den Kopf der Baumkatze berührte. Schweigend saßen sie dort, bewunderten den Park – der wirklich so wunderschön war, wie dieser bizarre Kellner ihr versprochen hatte – und schauten zu, wie die ferngesteuerten Boote in der leichten Brise über die Kräuselwellen des Sees tanzten. Doch dann verschwand das Lächeln wieder von Honors Gesicht.
    Sie wusste genau, dass es niemals eine gute Idee war, wenn der Captain eines Schiffs Ihrer Majestät einfach davonspazierte, ohne irgendjemanden darüber zu informieren. Und als hätte sich Honor das nicht selbst denken können, war sie in buchstäblich Dutzenden von Sicherheitsunterweisungen nachdrücklich genau darauf hingewiesen worden. Es gab einfach entschieden zu viele zwielichtige Gestalten, die nur zu gerne an die Informationen kämen, die der Kommandant eines Sternenschiffs zu bieten hatte. Ein anderer Anreiz stellte gewiss das Lösegeld dar, das die Royal Navy zu zahlen bereit sein mochte, um einen Kommandanten zurückzuerhalten, bevor all diese Informationen in unbefugte Hände fallen konnten.
    Bis sie diesen Park betreten hatte, war die Gefahr, in die sich Honor auf Jasper begeben haben mochte, vernachlässigbar klein ausgefallen. Der Raumhafen und seine unmittelbare Umgebung war vermutlich die bestbewachte Region des ganzen Planeten, schließlich konnte sich keine Welt leisten, dass Touristen oder wichtige Geschäftsreisende ausgeraubt, angegriffen oder entführt wurden. Das Chez Fiammetta’s lag nur wenige Kilometer vom Raumhafen entfernt. Den Weg dorthin hatten Teschendorff und sie in einem Lufttaxi zurückgelegt, also hatte sich auch dabei die Frage nach ihrer persönlichen Sicherheit kaum gestellt.
    Jetzt hingegen sah die Lage anders aus … und das wusste Honor ganz genau.
    Sie war nicht mit einem Taxi zu diesem Park gekommen. Sie war zu Fuß gegangen, und so mancher hatte sich neugierig nach dieser fremden Frau umgedreht, die in der weltraumschwarz-goldenen Uniform des Sternenkönigreichs Manticore über den feuchten, schattigen Bürgersteig stapfte. Nun saß sie einfach hier, auf einer Parkbank am Seeufer, Nimitz auf dem Schoß. Sie gab sich keinerlei Illusionen hin: Hätte sich Nimitz getäuscht, was die Emotionen dieses Kellners betraf, hätten sie beide ein unfassbar reizvolles Ziel geboten, für jeden, der ihr – oder Manticore – schaden wollte.
    Natürlich waren nicht alle Ziele gleich leicht zu erreichen – oder zu erledigen. Wer noch nie einen sphinxianischen Baumkater in Aktion erlebt hatte, mochte in Nimitz ja vor allem ein niedliches, flauschiges Haustier sehen. Und tatsächlich gab sich die Katz auch redlich Mühe, genau so zu wirken. Die Wahrheit jedoch sah ein wenig anders aus: Ein Baumkater konnte die Emotionen jedes potenziellen Feindes sogar über mehrere Hundert Meter hinweg spüren – vor allem dann, wenn sich besagte Emotionen gegen ihn oder seine Person richteten. Hinzu kam, dass die natürlichen Waffen eines Baumkaters erstaunlich gefährlich waren – vor allem, wenn man bedachte, wie klein so eine Katz doch eigentlich war. Und zusätzlich zu Nimitz’ Fähigkeiten und Waffen gab es da noch den Drei-Millimeter-Pulser in dem Schulterholster unter Honors Uniformjacke. Dieser Pulser war nicht so schwer wie die Waffe, die Honor normalerweise stets in ihrem Gürtelholster trug – und das schon, seit sie zwölf Jahre alt geworden war und sich zum ersten Mal zusammen mit Nimitz in den sphinxianischen Busch gewagt hatte. Doch auch diese Kleinkaliberwaffe sollte ausreichen, um alles aufzuhalten, was kleiner war als ein ausgewachsener Hexapuma. Sie war ihr ständiger Begleiter, wann immer Honor alleine einen Planeten betrat. Und auf den Schießständen der Navy oder der Marines erwies sich Honor jedes Mal aufs Neue

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