Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter

Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter

Titel: Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Pierre Grimbert
Vom Netzwerk:
verschweigen, wie gefährlich das Unterfangen war. Sie hatten ein Recht zu erfahren, dass sich nur wenige Meilen von ihrem Lager ein Heer von Dämonen zusammenrottete. Keiner der sieben Dorfvorsteher zweifelte am Wahrheitsgehalt ihrer Worte, sei es aus Treue zu ihrem Prinzen, sei es, weil sie die Gerüchte über diesen Landstrich kannten. So hatte sich auch keiner der Aufständischen weiter nach Süden vorgewagt, obwohl Keb keinen genauen Treffpunkt genannt hatte.
    Als Corenn geendet hatte, erinnerte Keb seine Männer daran, dass ihr Feldzug sie in die Heilige Stadt Ith führen würde, fernab ihrer Heimatdörfer. Durch den Tunnel würden sie dann nicht mehr zurückkönnen. Angesichts der Entbehrungen und Gefahren, die sie erwarteten, sollten sich die Aufständischen nicht verpflichtet fühlen, mit ihm in den Kampf zu ziehen. Deshalb bat er die Dorfvorsteher, ihren Männern Bericht zu erstatten und jedem einzelnen die freie Wahl zu lassen. Auf keinen Fall wollte er, dass seine wallattischen Brüder einander Feigheit vorwarfen. Er brauchte die Unterstützung von entschlossenen Kriegern, die ihm nicht nur deshalb folgten, weil ihre Kameraden sie sonst verhöhnten.
    Während sich die Aufständischen berieten, gönnten sich die Erben eine Pause. Sie waren übereingekommen, noch am selben Abend in den Tunnel vorzudringen, um keine Zeit zu verlieren. Schließlich wussten sie nicht, was Sombre in der Zwischenzeit trieb. Wenn alles gutging, würden sie die Katakomben der Heiligen Stadt in den ersten Dekanten des nächsten Tages erreichen, und um den nächtlichen Marsch durch die finsteren Gänge zu überstehen, legten sie sich für einige Dezimen schlafen. Amanon tat jedoch kein Auge zu. Immer wieder drehte er sich zu Eryne um, gab ihr einen Kuss, strich ihr über die Wange oder nahm ihre Hand in seine. Am liebsten hätte er sie auf der Stelle an einen versteckten Ort geführt, um ihr seine Liebe noch auf ganz andere Art zu zeigen.
    Doch auch die Erben, denen es gelang, etwas Schlaf zu finden, wurden bald wieder geweckt. Bra’n war der Erste, der zu ihnen kam, um stolz zu vermelden, dass all seine Männer dem Helden folgen würden, der ihr Dorf befreit hatte. Nach und nach machten auch die anderen Anführer Mitteilung. Die meisten Wallatten wollten an der Seite ihres Prinzen in den Kampf ziehen, nur manche schreckten vor der Gefahr zurück. Vor allem diejenigen, die einst unter Saat gegen die Arkarier gekämpft hatten, wollten den Tunnel nicht noch einmal betreten, weil sie in den finsteren Gängen zu entsetzliche Dinge erlebt hatten. Vielleicht war der eine oder andere auch zu abergläubisch, um den Dämonen offen entgegenzutreten.
    Wieder andere wollten ihre Familien nicht verlassen und zogen es vor, auf heimischem Boden zu kämpfen. Keb stand zu seinem Wort und hielt keinen der Männer zurück, als sie sich für den Heimweg bereit machten. Den Ältesten gab er die Pferde mit, die die Erben nun nicht mehr brauchten. Jetzt, da sie wussten, dass sich ganz in der Nähe Lemuren zusammenrotteten, wollten die Wallatten das Wäldchen so schnell wie möglich verlassen. Auch die verbliebenen Aufständischen und die Erben beschlossen, gleich aufzubrechen.
    So hatten die Erben fast einen Dekant nach ihrer Ankunft im Lager der Aufständischen eine treue Anhängerschaft von knapp hundert Kriegern um sich versammelt.
    Zwei Dezimen später zog eine lange Kolonne an den Felshängen des Rideau entlang, auf jenen Ort zu, wo die älteren Erben vor dreiundzwanzig Jahren den Untaten des Hexers ein Ende gesetzt hatten.
    Während sie schweigend voranmarschierten, mit gezogenen Schwertern und immer auf der Hut, dachte Amanon über die Ausweglosigkeit ihrer Lage nach. Seine Gedanken kreisten auch weiterhin um Eryne und ihr gemeinsames Kind, doch nun wichen die schönen Traumbilder Schreckensvisionen, bei denen sich ihm der Magen zusammenkrampfte.
    Cael war es, als hätten sich seine Ängste zu einer verpesteten Wolke zusammengeballt, die ihn umhüllte und ihm auf Schritt und Tritt folgte. Seine Hände waren klamm, die Glieder schwer, und sein Herz pochte heftig. Er war so sehr darauf bedacht, geräuschlos aufzutreten, dass er manchmal unwillkürlich die Luft anhielt. Wenn er dann wieder Atem holte, verzog er angewidert das Gesicht: In dieser Ödnis stank es fast ebenso sehr wie im Karu.
    Seine Eltern wandten sich regelmäßig zu ihm um und lächelten ihm aufmunternd zu, aber er kannte sie gut genug, um zu sehen, dass auch ihnen beklommen zumute

Weitere Kostenlose Bücher