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Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter

Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter

Titel: Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Pierre Grimbert
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Amanon, Keb und Crigan erhoben ihre Waffen, und Zejabel zückte einen langen Dolch. Mit Saats Schwert, das sie sich zwischen die Schulterblätter gebunden hatte, war sie eine ehrfurchtgebietende Erscheinung.
    Nach kaum fünf Herzschlägen drangen das kratzende Geräusch von Krallen auf Stein und das heisere Brüllen der Dämonen an ihre Ohren. Gleich darauf stürzten zwei Lemuren hinter einem Steinhaufen hervor. Mit Schaum vorm Maul galoppierten sie auf allen vieren auf die Erben zu, und bei ihrem Anblick stellten sich Cael die Nackenhaare auf.
    Die Lemuren fielen wahllos über die Menschen her. Den Erben gelang es gerade noch rechtzeitig, beiseitezuspringen, und einige hieben mit ihren Waffen auf den Rücken der Ungeheuer ein. Die Affendämonen brüllten auf, setzten ihren Angriff jedoch unbeirrt fort und rannten die vordersten Aufständischen um. Lowas sausten auf die Bestien nieder, doch zu spät: Die beiden Lemuren rissen mehrere Männer mit ihren scharfen Krallen in Stücke, schlitzten ihnen den Bauch auf oder durchbohrten ihnen die Kehle. Die Wallatten pressten sich die Hände auf die Wunden, aus denen Blut sprudelte oder Eingeweide hervorquollen, während sich die Lemuren schon auf die nächsten Opfer stürzten, die vor Grauen und Verzweiflung aufschrien.
    Keb, Grigän und alle anderen Erben, die eine Waffe trugen, eilten den Männern zu Hilfe. Bowbaq ließ seine Kaute mit ungeheurer Wucht auf den Rücken eines Lemuren krachen und setzte ihn für einige Augenblicke außer Gefecht. Reyan und Zejabel hatten nur auf eine solche Gelegenheit gewartet: Sie durchbohrten die ledrige Haut des Affendämons mit unzähligen Dolchstößen. Der Lemur wehrte sich noch eine ganze Weile, doch allmählich wurden seine Bewegungen langsamer und unbeholfener, und sein schwarzes Blut breitete sich auf dem Boden aus. Irgendwann blieb er mit einem letzten hasserfüllten Röcheln reglos liegen. Mit einem kräftigen Kautenschlag gab Bowbaq ihm den Rest.
    Den zweiten Gegner besiegten sie mit vereinten Kräften in sehr viel kürzerer Zeit, auch wenn der Lemur einige Wallatten, die ihrem Prinzen und seinen Gefährten zu Hilfe geeilt waren, mit in den Tod riss. Als sie den Dämon endlich niedergestreckt hatten, zählte Cael sechs tote Aufständische und eine unerwartet hohe Zahl schwerverletzter. Rachedurstig hieben die Wallatten auf den Kadaver des zweiten Lemuren ein. Erst als nichts mehr von ihm übrig war als ein Haufen blutiges Fleisch, senkten sie keuchend ihre Lowas. Angeekelt wandte Cael den Blick ab.
    »Es ist alles meine Schuld«, sagte Eryne tonlos. »Warum bin ich nicht eher daraufgekommen? Wenn ich ihre Anwesenheit spüren kann, können sie auch meine spüren. Ich hätte nicht mitkommen dürfen. Ich bringe euch alle in Gefahr!«
    »Wir müssen zusammenbleiben«, rief ihr Amanon in Erinnerung. »Um jeden Preis!«
    Jetzt redeten auch die Wallatten aufgeregt durcheinander. Das Kampfgetümmel war ohnehin so laut gewesen, dass es sinnlos war, nun die Stimmen zu dämpfen. Natürlich unterhielten sie sich auf Wallattisch, aber Cael brauchte ihnen nur ins Gesicht zu sehen, um zu erraten, worum sich die Gespräche drehten. Zweifelsohne war den Kriegern erst jetzt richtig klargeworden, wie gefährlich die Lemuren waren, und so manchen hatte offenbar der Mut verlassen. Während die Männer notdürftig ihre Wunden verbanden oder weinend von einem toten Verwandten oder Freund Abschied nahmen, ging Keb von einer Gruppe zur nächsten und sprach tröstende oder aufmunternde Worte.
    Grigän rief die Männer bald wieder zur Disziplin. Mit einem Pfiff und einer weit ausholenden Geste gab er das Signal zum Aufbruch und mahnte sie gleichzeitig zur Ruhe. Die Wallatten zögerten, bis ihr Prinz an die Seite des ramgrithischen Kriegers trat. In weniger als einer Dezille bildeten die Männer eine geordnete Kolonne und setzten sich wieder in Marsch. Ihre toten Kameraden mussten sie ohne Begräbnis zurücklassen.
    Erst jetzt fiel Cael auf, dass die Stimme in seinem Kopf stumm geblieben war – nur schwach nahm er ihre Gegenwart wahr. Dabei war sein Leben in Gefahr gewesen, und er hatte schreckliche Angst vor den Lemuren gehabt. Bisher war sein innerer Dämon in solchen Fällen jedes Mal aus seinem geistigen Gefängnis ausgebrochen. Hatte sich das Kräfteverhältnis zwischen seinen beiden Ichs durch den Aufenthalt im Dara verschoben? Das konnte er sich nicht vorstellen …
    Beim Kampf gegen Sombre konnte es den Tod bedeuten, wenn sein innerer Dämon nicht

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