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Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter

Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter

Titel: Die Krieger 5 - Das Labyrinth der Götter Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Pierre Grimbert
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und die wütende Aufforderung, endlich weiterzulaufen, hallten von den Wänden wider, während Fackeln und Laternen hektische Schatten an die Decke warfen. Die Erben wechselten bestürzte Blicke, bevor sich Grigän ein Herz fasste, lostrabte und seine Frau mit sich zog. Auch Amanon fiel in Laufschritt, achtete aber darauf, dass die Erben in dem Durcheinander zusammenblieben. Er sah nicht mehr als drei Schritte weit, und auf dem unebenen Boden konnte jederzeit einer von ihnen stolpern und von den nachströmenden Wallatten niedergetrampelt werden.
    Als ihm gleich darauf die schrillen Schreie der Dämonen an die Ohren drangen, überlief es Amanon eiskalt. Ihr Gebrüll war so laut, dass es sogar die dröhnenden Schritte der flüchtenden Wallatten übertönte. Amanon warf Eryne einen Blick zu und konnte an nichts anderes denken, als dass sie sterben würden. Wider besseres Wissen hoffte er, dass das Echo die Schreie verstärkte und die Lemuren noch nicht so nah waren, wie es sich anhörte. Eryne hingegen wusste genau, wie groß der Abstand war, und ihr Gesicht war bleich wie ein Leichentuch.
    Nachdem sie einige Dezillen lang kopflos durch den Tunnel gerannt waren, gelangten sie in eine Höhle, und Amanons Eltern blieben neben dem Durchgang stehen. Der Tunnel, aus dem sie kamen, war von Menschenhand geschaffen. Amanon begriff sogleich, was sie vorhatten. Er stellte sich auf die andere Seite und schrie den Aufständischen zu, den Gang so schnell wie möglich freizugeben.
    Die Schreie der Lemuren hallten ohrenbetäubend laut von den Wänden wider. Während die letzten Wallatten an ihm vorbeistürzten, rechnete Amanon fast damit, die Dämonen in der Dunkelheit auftauchen zu sehen. Sein Vater zog ihn tiefer in die Höhle, aber Amanon ließ die Stützbalken, auf die Yan und Corenn nun ihre Konzentration richteten, nicht aus den Augen. Als das Holz mit einem lauten Krachen barst, sah er dahinter die smaragdgrünen Augen der ersten Lemuren aufleuchten. Es waren mindestens zehn!
    Im nächsten Moment donnerten mehrere Tonnen Gestein zu Boden und versperrten ihm die Sicht. Amanon und seine Gefährten starrten besorgt zur Höhlendecke empor. Den beiden Magiern war diesmal keine Zeit geblieben, die Gefahr abzuwägen. Etliche Felsbrocken fielen von der Decke, und die Höhlenwände bebten leicht, aber nach kurzer Zeit kehrte wieder Ruhe ein. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass niemand verletzt war, trat Amanon näher und sah sich die dritte Barriere an.
    Zum Glück war sie ebenso massiv wie die beiden ersten. Zwischen den Felsbrocken klaffte kein Spalt, durch den die Lemuren hätten schlüpfen können. Ihr Kreischen klang jetzt dumpf und wie aus weiter Ferne, während sie sich offenbar immer wieder in rasender Wut gegen den Geröllhaufen warfen.
    Als plötzlich eine Pranke mit dichtem Fell und scharfen Krallen durch die Felsbrocken stieß und unter wilden Zuckungen nach ihm zu greifen schien, fuhr Amanon zusammen. Entweder rang der unter den Steinen begrabene Lemur mit dem Tod, oder er war unglaublich zäh. Amanon überlegte, ob er die Pranke mit einem kräftigen Hieb seines Krummschwerts abhacken sollte, aber allein der Gedanke verursachte ihm solche Übelkeit, dass er sich abwandte und rasch zu den anderen zurückging, die sich zum Aufbruch bereitmachten.
    »Sie entfernen sich«, murmelte Eryne plötzlich mit abwesendem Blick. »Ich … Ich nehme an, sie suchen nach einem anderen Weg.«
    Das war das Signal zum Aufbruch: Erben und Aufständische rannten wieder los.
    Zejabel konnte sich des Gedankens nicht erwehren, dass sie allein viel größere Überlebenschancen gehabt hätte. Doch es wäre ihr im Traum nicht eingefallen, die anderen zu verlassen, obwohl die Flucht durch die finsteren Gänge sie schmerzlich an die Prüfungen erinnerte, die sie als junges Mädchen in den Sümpfen des Lus’an hatte bestehen müssen. Damals war sie mitten in der Wildnis ausgesetzt worden, und ihre Rivalinnen hatten eine Hetzjagd auf sie veranstaltet. Vielleicht durchlitt auf der Insel Zuia in diesem Moment ein anderes Mädchen ähnliche Qualen. Diese Vorstellung verlieh der einstigen Kahati den Mut, sich gegen das Schicksal aufzulehnen.
    Die Erben würden nicht in diesem unheilvollen Labyrinth sterben, zerfleischt von Bestien, die nur ihren dämonischen Instinkten folgten. Nein, sie waren dazu bestimmt, die Tyrannei der Dämonen zu beenden, und Zejabel hatte geschworen, ihnen dabei zu helfen.
    Um ihre Freunde – und vor allem Nolan – besser

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