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Die Rebellin von Leiland 1: Maske (German Edition)

Die Rebellin von Leiland 1: Maske (German Edition)

Titel: Die Rebellin von Leiland 1: Maske (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Magali Ségura
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unverständlich.
     
    Erwan hatte auf die Konfrontation mit den Scylen gehofft. Angeborener Hass, instinktiver Hass. Das Erscheinen der bleichen Männer aus dem Norden war mit dem Tod eines Menschen einhergegangen, den der Akaler sich nie würde verzeihen können. Sie hatten den Überraschungseffekt genutzt, die Angst vor einer vergessenen Vergangenheit. Diesmal würde Erwan nicht aufgeben. Ohne Unterlass hatte er nach einer Waffe für seine Rache gesucht und war fast sicher, sie gefunden zu haben. Er trieb sein Pferd an: Dank der kleinen Flasche, die er zwischen den Schenkeln hielt, würden die Scylen keine Zeit haben herauszufinden, dass seine Frau von ihrem Volk stammte und ihm eine Tochter geschenkt hatte!
    Erkem und Gorth waren die Einzigen, die anwesend waren. Muht Dabashir war auf der Burg geblieben, um ihre kurze Rückkehr in die Heimat vorzubereiten. Die beiden Männer hatten wenig Lust, den zur Vorsicht mahnenden Anweisungen ihres Anführers zu folgen, der ihren Wert als Krieger zu sehr anzweifelte. Diese erste Phase der bloßen Beobachtung belastete sie, obwohl sie offiziell nur in Leiland waren, um Gedanken zu lesen! Das Bedürfnis zu kämpfen, nagte zu sehr an ihnen. Muht war auch schon einmal schwach geworden. Sie mussten sich abreagieren. Es frustrierte sie, sich im Bett mit willigen Frauen begnügen zu müssen. Erkem hatte sich mit dem Blut einer von ihnen als Kriegsbemalung die Stirn beschmiert.
    Die beiden Scylen ließen außer Acht, dass Akaler mit gefährlichen Waffen kämpften.
    Sie benötigten einige Zeit, alle Gedanken der entflammten Geister vor ihnen zu lesen. Was schenkte diesen Männern den Mut, mit so viel Selbstvertrauen in den Kampf zu ziehen? Dann wurde Erkem und Gorth rasch bewusst, dass niemand gegen sie kämpfen wollte. Die etwa zwanzig Bauern, die verrückt genug waren, mit den Gefährten der Maske in den Kampf zu ziehen, stürzten sich bevorzugt auf die Soldaten. Als die Scylen die ersten Male Schwerthiebe mit ihren Gegnern tauschten, wich man ihnen aus; es war enttäuschend. Das Gesicht des Akalers erschien in jedermanns Geist, wenn sie sich näherten. Die Dorfbewohner und die Gefährten der Maske warteten auf den Zwerg: Er hatte etwas Bedrohliches dabei, eine kleine, geheimnisvolle Flasche!
    Erkem und Gorth hätten den Kampf abbrechen sollen, Muht hatte ihnen das befohlen: Wir sterben nicht im Krieg eines anderen!
    Aber sie sahen am Horizont keine roten Haare – sie nahmen nur das Blut wahr, das sie vergießen wollten.
    Erwan traf kurz vor Andin ein. Er trug ein Tuch auf dem Kopf und drang ohne jeglichen Anflug von Zögern direkt auf die Scylen ein. Je schneller er war, desto mehr Erfolg würde er haben, das wusste er. Gorth sah ihn als Erster und hatte gerade noch die Zeit aufzuschreien. Erkems blutige Stirn wandte sich ihm zu, und Erwans Glasflasche zerbarst zu ihren Füßen.
    Der blaue Dampf, der daraus hervordrang, rief eine eindrucksvolle Wirkung hervor. Während er den übrigen Männern nur in den Augen brannte, ließ er die Scylen aufschreien. Erkem und Gorth zogen sich sofort aus dem Kampf zurück und hielten sich vor Schmerzen die Augen. Erwan versuchte durchaus, die Scylen mit seiner Klinge zu durchbohren, aber sie flohen so schnell, dass es ihm nicht gelingen konnte.
    »Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, das schwöre ich dir, Gyl«, murmelte er, als er die Verfolgung abbrach.
    Die Flucht der Scylen, die von Freudenschreien begrüßt wurde, brachte Kortas Männer einen Augenblick lang aus der Fassung. Das Eintreffen der Maske rief sie zur Ordnung.
    Andin sprang vom Pferd herab auf einen Soldaten. Er warf ihn aus dem Sattel, riss ihn mit sich zu Boden und streckte ihn mit einem brutalen Fausthieb nieder. Ein Reiter, der dem Soldaten zu Hilfe eilte, versuchte, Andin niederzuschlagen. Doch Andin war schneller, duckte sich und brachte ihn aus dem Gleichgewicht, indem er mit einem rückwärts gewandten Klingenhieb den Sattelgurt durchtrennte. Der Mann fiel in den Schlamm. Andin stürzte sich auf ihn und brachte ihr Duell mit einem Schwertstoß zu Ende. Dann packte er das Pferd rasch an der Trense, nahm den Platz des Reiters ein und stürmte ohne Sattel wieder in den Kampf.
    Der junge Mann jubelte. Er hatte Teil an der Begeisterung über Erwans ersten Sieg und vollbrachte Kunststücke mit seiner Klinge. Ungestüm stürzte er sich auf seine Gegner. Sein Feuereifer beeindruckte seine Verbündeten. Er hatte zwar einen etwas weniger eleganten Kampfstil als Vic, aber er legte

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