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DrachenKind: Gegen die Finsternis (German Edition)

DrachenKind: Gegen die Finsternis (German Edition)

Titel: DrachenKind: Gegen die Finsternis (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Dragons Spirit
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sollte. Die Reise dorthin war so lang, so scheinbar endlos. Und sollte es doch ein Ende geben, würde er vielleicht alles Leben beenden, würde scheitern, ohne etwas an der Gesamtsituation geändert zu haben. So stellte es der Traum dar. Aber was war mit dem Unmöglichen, da war doch etwas gewesen, eine Erinnerung an ein Geschehen. Eric rieb sich die heiße Stirn. Fieber. Die Erinnerungen an etwas Unmögliches, was doch eingetreten war. Die Gesetze der Logik, der Mathematik. Er erinnerte sich an das Gefühl der Erkenntnis, welches er gespürt hatte, bevor ihn der vermeintliche Helfer angegriffen hatte. Erics Gedanken verstummten jäh, starteten erneut und begannen ganz am Anfang seiner Grübeleien. In diesem Zustand käme er nie zu einem Ende, soviel stand fest.
    Jack war der erste, der ihn bemerkte. Er ließ seinen Becher mit Schokolade sinken, starrte Eric an und stand auf. Eric witterte ihre Unsicherheit, vernahm ängstliche Gedanken. Mia dachte an die frühen Morgenstunden. Er konnte sich selbst sehen, wie er sie und Seath heftig beiseite stieß und aus dem Zelt floh, bevor die ihm hinterher lief und seine Atmung mit einem Büschel Kräuter wieder in Gang brachte. Er schlug die Augen nieder. So wenig Bewusstsein gerade dann, wenn Besonnenheit die einzige Hoffnung war. Wenn er weiter gekommen wäre, wenn er sich orientierungslos und rasend draußen verirrt hätte…
    Jack kam auf ihn zu und setzte sich neben seinen Freund. Der sah nicht gut aus. Seine Augen waren fast ausdruckslos, seine Gedanken fast zum Erliegen gekommen. Er zitterte kaum merklich, kämpfte immer noch mit den Schmerzen aus seinem Traum. Seath hatte ihm erzählt, was geschehen sein musste. Sie und Mia hatten gewusst, dass es eintreten würde, hatten es für sich behalten. In ihrer Welt hatten die Großmeister das Phänomen einfach "Den letzten Blick" genannt, ein letzter Ausflug in die Zukunft, die letzte Begegnung mit dem absolut Ungeschehenen. Es klang komisch, aber bedeutete genau das. Eric hatte das letzte Mal für eine Gewisse Zeit geträumt, hatte das letzte Mal bevorstehende Ereignisse gesehen. Es war festgelegt. Niemand konnte sich nun umdrehen oder anders entscheiden.
    Jack hatte das Gefühl, Eric würde ihm tatsächlich nicht mehr vertrauen. Wer konnte schon wissen, ob er nicht später einmal selber der Verräter sein würde? Keiner sah die Zukunft, seit Jahren war es niemandem mehr gelungen. Das letzte Mal einem Großmeister, der sich der Zeit vollkommen entzogen hatte, seine Gedanken vollkommen geöffnet, den Mut aufgebracht hatte, die eigene Kontrolle für ein paar Minuten freiwillig aufzugeben. Diese Person war es dann auch, die dem letzten Blick seinen Namen gab. Und das war vor mehreren hundert Jahren gewesen. Niemand wusste, was er damals gesehen hatte. Jack fasste Eric an die Stirn und der zuckte zusammen, ganz in Gedanken versunken. Jack spürte einen Kloß im Hals, einen leichten Druck im Magen. Er riss sich zusammen und sprach seinen Freund an.
    „Du? Wie geht‘s?“
    Er bekam keine Antwort, Jack versuchte es noch einmal, nachdem er sich bequem dichter neben seinen Freund gesetzt hatte.
    „Bitte, sagen was. Was ist los? Was haben du gesehen? Eric! Machen Mund auf!“
    Jack spürte die Tränen im Gesicht und schüttelte seinen Freund, der versuchte einen Ausweg aus dem Gewirr des Schmerzes zu finden, der ihm die Kraft aus den Gliedern riss. Eric hielt seine Hand fest und Jack hörte einen leisen Gedanken.
    „Bitte hör auf, das tut weh.“
    Jack hörte augenblicklich auf, offensichtlich erleichtert, seinen Freund gehört zu haben. Freund? Dieses Wort erschien ihm fremd. Sollte das wirklich so enden? Mia und Seath hatten ihm beide ihre Gedanken mitgeteilt, als sie ihn ins Zelt zurückgeschleppt hatten. Die Frage ist, ob er uns dann noch vertraut, wenn er aufwacht. Jack ballte die Fäuste. Solange er sein eigenes Bewusstsein noch erkannte, würde er Eric nicht aufgeben, sicher nicht. Schlagartig sah er wieder die Zeilen des Briefes vor sich, den Mia geschrieben hatte. Er ignorierte sie und vergrub das Gesicht in den Händen, hilflos und traurig. Wenn Eric bloß wieder zu sich fände…
    Mia kippte ein wenig der heißen, cremigen Schokolade aus dem kleinen Topf in Erics Becher und kam zu ihnen herüber. Ein paar kleine Schneeflocken fielen in die Tasse. Sie hockte sich hin und musterte Jack mit einem forschenden Blick. Als der ihre Frage, was mit Eric sei, nicht beantwortete, reichte sie Eric einfach die Tasse. Er nahm sie

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