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Drachenritter 03 - Der Drache an der Grenze

Drachenritter 03 - Der Drache an der Grenze

Titel: Drachenritter 03 - Der Drache an der Grenze Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Gordon R. Dickson
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lassen. So schildert uns denn Euren Plan im Detail.«
    »Also«, meinte Lachlan auf einmal wieder ohne Akzent, »eigentlich ist er ganz simpel. Ich kenne den Weg, den MacDougall einschlagen wird, und weiß, daß er vor etwa anderthalb Tagen aufgebrochen ist. An der Stelle, wo ich ihm und seinen Männern auflauern wollte, verläuft die Straße zwischen zwei steilen, baumbestandenen Böschungen. Er hat höchstens ein Dutzend Männer dabei. Mehr würden Aufmerksamkeit erregen. Er dürfte diese Stelle morgen um die Mittagszeit erreichen.«
    Er hielt inne, leerte seinen Becher und schenkte sich Wein nach.
    »An diesem Tisch sind ausreichend Kämpfer versammelt«, fuhr er fort, »wenngleich es mir lieb wäre, wenn Sir Brian bei uns wäre und sich der Eskorte annehmen würde, denn wie mir scheint, ist ihm das Klirren der Waffen nicht fremd. MacDougall ist meiner Ansicht nach weder ein guter noch ein tapferer Kämpfer. Wenn wir seine Männer niedermachen, ehe er überhaupt gemerkt hat, was vor sich geht, wird er sich ergeben - mitsamt den Überlebenden seiner Leibgarde.«
    Er hielt nachdenklich inne.
    »Außerdem«, setzte er hinzu, »gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb wir uns auf die Anwesenden beschränken sollten. Je weniger davon wissen, desto besser.«
    Abermals herrschte eine Zeitlang nachdenkliches Schweigen.
    »Da wären einmal meine fünf Söhne«, meinte Herrac schließlich. »Dann hätten wir noch Lord James und Euch, Lachlan, sowie den Bogenschützen. Vielleicht habt Ihr recht, und wir sind tatsächlich Manns genug, MacDougall zu überwältigen. Allerdings möchte ich keinen meiner Söhne verlieren, auch nicht um des Goldes willen, das dieser Mann bei sich führt!«
    »Da braucht Ihr Euch keine Sorgen zu machen«, wandte Lachlan im Brustton der Überzeugung ein, »mein Wort darauf! Wohl wahr, die Männer seiner Leibgarde sind bestimmt kampferfahren; wir aber werden im Vorteil sein, so daß sie zu Boden gehen werden, ehe sie auch nur merken, wie ihnen überhaupt geschieht. Herrac, mein Freund, wenn Euch wohler dabei ist, andere Krieger Eurer Burg mitzunehmen, so hätte ich nichts dagegen. Auch ich wäre untröstlich, wenn einer Eurer Söhne ernstlich verwundet oder getötet würde.«
    »Nein«, meinte Herrac bedächtig und blickte in die gespannten Gesichter seiner Söhne. »Aber wir können die Burg nicht gänzlich ohne Bewachung lassen. Giles, Ihr müßt hierbleiben.«
    »Vater!« rief Giles. »Und das, obwohl ich der einzige Ritter unter Euren Söhnen bin?«
    »Aus eben diesem Grund gebe ich die Burg in deine Obhut«, entgegnete Herrac. »Und da Sir Brian verwundet ist und das Bett hüten muß...«
    »Verzeiht mir«, unterbrach Giles seinen Vater, was sich seit Jims Ankunft in der Burg noch keines von Herracs Kindern herausgenommen hatte, »aber ich glaube, sollte Not am Mann sein, würde Sir Brian sich auf der Stelle erheben. Ich habe mich sogar schon mit ihm darüber unterhalten, wann er wieder aufstehen kann, und er meinte, morgen oder übermorgen. Das wäre noch zu früh, ich weiß es wohl. Sollte die Burg aber angegriffen werden, so daß jemand das Kommando übernehmen müßte, würde er es zweifellos tun, mag er nun verwundet sein oder nicht.«
    Es herrschte ein langes Schweigen.
    »Das glaube ich dir aufs Wort«, sagte Herrac schließlich. »So wie ich ihn einschätze, würde er sich mit dem Schwert in der Hand zur Wehr setzen, und sollte er dabei verbluten.«
    Er seufzte.
    »Nun gut, Giles, ich erlaube dir, uns zu begleiten. Schließlich werden wohl alle Nachbarn, denen zuzutrauen wäre, daß sie Böses gegen uns im Schilde führen, an der Unternehmung beteiligt sein.«
    »Danke, Vater«, sagte Giles mit Nachdruck.
    »Eigentlich«, meldete sich Liseth unerwartet zu Wort, »könnte ich mich ebenfalls nützlich machen, wenn nur...«
    »Liseth«, unterbrach sie ihr Vater barsch. »Du kommst unter gar keinen Umständen mit. Ist das klar?«
    »Ja, Vater«, antwortete Liseth gepreßt. »Wenn das Euer Wille ist.«
    »Das ist es«, bekräftigte Herrac. »Denk doch mal nach. Wer sollte sich in deiner Abwesenheit um Sir Brian kümmern?«
    Sie biß sich auf die Lippe.
    »Da habt Ihr recht, Vater«, erwiderte sie.
    »Wie lange... hick«, wandte Jim sich an Lachlan, »werden wir bis zu der Stelle brauchen, die für den Hinterhalt geeignet ist?«
    »Zu Pferd weniger als sechs Stunden«, antwortete Lachlan. »Wenn wir frühmorgens aufbrechen, sind wir am Nachmittag dort. Selbst wenn er noch am selben Tag dort

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