Farben der Sehnsucht
überzeugt, daß das ganze Brimborium sie nur belasten würde.«
»Sie wird es überleben«, sagte Noah mit kaum verhohlenem Sarkasmus.
»Ich halte es für eine phantastische Idee, eine Party für Sloan zu geben«, schaltete sich Paris ein und zuckte unter der eisigen Miene ihres Vaters zusammen, weigerte sich aber, den Blick zu senken.
»Paris«, warnte er sie in vernichtendem Ton, »dein Verhalten fängt langsam an, mir auf die Nerven zu gehen...«
»Es geht dir immer auf die Nerven, wenn du unrecht hast«, mischte sich nun auch Edith ein. »Zufällig bin ich mit Noah und Paris einer Meinung. Wir müssen tatsächlich eine Party geben, um Sloan unseren Bekannten vorzustellen; je früher wir dies tun, desto besser.«
»Na fein«, sagte Carter verstimmt und warf hilflos die Hände in die Luft. Dann revanchierte er sich bei Paris für ihren unerhörten Widerstand gegen seinen Willen, indem er in kühlem Ton die unangenehmen Konsequenzen aufzählte, die eine Party für sie haben würde. »Du sagtest doch, du willst soviel Zeit wie möglich mit Sloan verbringen, während sie bei uns ist. Statt dessen mußt du deine Zeit nun damit verschwenden, eine Party zu organisieren, die ihr keinen Spaß machen wird, und Einladungen an Leute auszusprechen, die sie zwar neugierig anstarren, aber niemals akzeptieren werden.«
»Sie werden sie sehr wohl akzeptieren«, sagte Noah eisig, »wenn du ihnen zeigst, daß du es von ihnen erwartest. Falls du Angst hast, daß dein Einfluß hierfür nicht ausreicht, werde ich mich glücklich schätzen, dir meinen Einfluß zu borgen. Vergiß nicht, daß wir die gleichen Leute kennen.« Mit etwas milderer Stimme wandte Noah sich dann an Paris. »Du brauchst auf deine Zeit mit Sloan nicht zu verzichten, Paris. Ich werde Mrs. Snowden damit beauftragen, die Party zu arrangieren und alle Detailfragen zu übernehmen.«
Nach einer kleinen Pause, in der er Carter einen vernichtenden Blick zuwarf, fuhr er fort: »Paris, ich nehme an, daß du eine Gästeliste hast, die du mir überlassen kannst?« Als sie nickte, schloß er feierlich: »Fein, dann brauchst du nur deinem Personal mitzuteilen, daß das Haus bis heute abend in Ordnung gebracht sein muß. Den Rest wird Mrs. Snowden übernehmen.«
»Ich werde mich ums Personal kümmern«, verkündete Edith. »Sloan und Paris können den Tag dazu nutzen, zum Friseur zu gehen und all die anderen Kleinigkeiten zu erledigen, mit denen sich junge Frauen auf ein festliches Ereignis vorbereiten.«
Sloan kam in diesem Moment zur Tür herein und sah verwirrt zwischen der lächelnden Paris und dem mürrischen Carter hin und her. »Gehen wir auf ein Fest?« fragte sie schließlich, da alle schwiegen und sie anstarrten.
»Wir geben eine Party für dich, und sie wird wunderbar werden!« rief Paris begeistert aus. »Noah, hab vielen Dank, daß du uns Mrs. Snowden zur Verfügung stellst. Ich fürchte, sie muß die Einladungen per Telefon erledigen.«
»Mrs. Snowden liebt Herausforderungen.«
»Ich brauche aber doch gar keine Party«, wandte Sloan zaghaft ein. »Ich will auf keinen Fall, daß ihr euch wegen mir Umstände macht.«
Carter sah die anderen drei triumphierend an. »Ich sagte euch doch, daß ihr die Idee nicht gefallen würde.«
Sloan wollte Carter gerade recht geben, als Noah ihr in leicht herablassendem Ton mitteilte: »Bitte entschuldige, aber diese Entscheidung hast nicht du zu treffen. Es ist unbedingt notwendig, daß deine Familie dich ihren Freunden vorstellt, und die ideale Art und Weise dafür ist eine Party.«
Sloan spürte die gereizte Stimmung zwischen den beiden Männern und konnte sich nicht vorstellen, wie eine banale Party der Auslöser dafür sein konnte. Sie überlegte kurz, ob sie sich über Noahs Anweisung hinwegsetzen sollte, aber Paris sah so begeistert drein, daß sie es nicht über sich brachte, weitere Proteste anzuführen. Überdies schloß sie aus Ediths entschlossenem Gesichtsausdruck, daß ihre Einwände sowieso keine Aussicht auf Erfolg hätten.
»In diesem Fall«, wandte sie sich mit einem bangen Lächeln an Noah, »möchte ich gerne, daß Courtney eingeladen wird.« Nachdem er ihr zugenickt hatte, beschloß sie, sich wieder aus der unangenehmen Diskussion zurückzuziehen, und meinte an Paris gewandt: »Ich denke, ich gehe erst mal nach oben unter die Dusche.«
Paris schob ihren Stuhl zurück und stand auf. »Ich habe unsere Gästeliste im Computer gespeichert. Ich werde sie gleich ausdrucken und dir bringen«, erklärte
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