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Geheimnummer. Kein Sex nach Plan

Geheimnummer. Kein Sex nach Plan

Titel: Geheimnummer. Kein Sex nach Plan Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Sabine Leipert
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erträglicher machen. Sonst nichts. Es war wirklich nichts Besonderes.«
    Für sie war es also nichts Besonderes. Und für mich? Ich stand auf und schaute aus dem Fenster. Tina kam zu mir und wollte ihren Arm um meine Schulter legen, aber ich schüttelte ihn ab.
    »Mensch, Karina. Ich finde es auch nicht einfach, zwischen euch zu stehen. Aber ich bin doch trotzdem immer noch für dich da.«
    Ich drehte mich wieder von ihr weg. »Weißt du was, Tina, das kannst du dir in Zukunft schenken.«
    »Wieso? Was willst du denn jetzt machen?«
    »Nichts. Es gibt nichts mehr, was ich machen kann. Und langsam glaube ich auch nicht mehr, dass ich überhaupt noch etwas machen will. Wir kommen sowieso nicht mehr heil aus dieser Sache raus, also können wir dieses verdammte Beziehungschaos auch gleich ganz beenden.« Ich hörte es mich sagen, als wäre ich völlig unbeteiligt an diesem Gespräch. Aber als ich es gesagt hatte, war ich regelrecht erleichtert. Es war fast befreiend, einen Schlussstrich unter diese Angelegenheit zu ziehen.
    Tina sah mich entsetzt an: »Heißt das, es ist vorbei zwischen euch?«
    »Ja, das heißt es wohl«, stieß ich immer noch wie fremdgesteuert aus. »Wenn Tim einem unscharfen Foto und schlecht recherchierten Artikel mehr Vertrauen schenkt als mir, dann war es zwischen uns wahrscheinlich schon lange vorbei.«
    Tina konnte ihre Wut nur mühsam unterdrücken. »Und was wird aus eurem Baby? Hast du darüber schon mal nachgedacht?«, stammelte sie jetzt fast den Tränen nahe.
    »Hast du ihm etwa davon erzählt?«, fragte ich entsetzt.
    »Nein. Das kannst du gefälligst selbst machen. Für Tim ist es so schon schlimm genug, da werde ich ihm das nicht auch noch auf die Nase binden. Ach verdammt, weißt du was, Karina, du bist ein … ein … ein treuloser, verantwortungsloser Dickkopf. Regel doch deinen Mist allein! Ich halte mich auf jeden Fall ab jetzt aus eurem dämlichen Beziehungsstress raus. Tschüs, ich gehe.«
    Damit war für sie die Sache erledigt. Sie gab ganz einfach mir die Schuld an allem und knallte die Tür hinter sich zu. Ich rannte ihr nach und schrie ins Treppenhaus hinunter: »Du hättest dich schon viel früher raushalten sollen. Dann wäre es gar nicht erst so weit gekommen.« Aber da war die Haustür schon ins Schloss gefallen.
    Ich ging zurück in meine Wohnung, lehnte mich von innen gegen die Tür und sackte ohne Vorwarnung zu Boden. Meine Beine gaben einfach nach. Mit dem Rücken rutschte ich an der Wohnungstür entlang nach unten, und als ich saß, fing ich wie wild an zu zittern. Eine Weile saß ich schlotternd auf dem Fußboden, bis ich meine Beine wieder so weit hatte, dass sie mich zum Bett trugen. Ich wickelte mich in die Decke ein und zitterte. Mir war kalt.
    Erst nach und nach wurden mir die Auswirkungen dieser albernen Zeitungsmeldung bewusst. Mit einem Schlag hatte ich nicht nur Tim, sondern auch Tina verloren. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sich die Situation zwischen uns jemals wieder einrenken würde. Das hier übertraf unsere bisherigen Auseinandersetzungen bei weitem. Selbst wenn wir irgendwann wieder normal miteinander reden könnten, würde sie immer diejenige sein, die mir Tim weggenommen hatte. Bei dem Gedanken an Tim kamen mir automatisch die Tränen. Er hatte mir nicht einmal die Chance gegeben, alles zu erklären. Wahrscheinlich hatte ich ihm schon zu oft zu viel erklären müssen. Für ihn war ja auch alles klar. Ich hatte nicht auf ihn gewartet. Da musste man nichts mehr erklären.
    Ich starrte an die Decke und versuchte, die Tränen wegzublinzeln. Versuchte, nicht daran zu denken, dass Tim hier nie wieder neben mir liegen würde und mich auch nie wieder fragen würde, was ich gerade dachte. Was ich dachte, interessierte ihn nicht mehr.
    Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich zitternd im Bett lag und an die Decke starrte, aber irgendwann klingelte das Telefon. Ich ließ den AB antworten und nahm erst ab, als ich Daniels Stimme hörte.
    »Hi, Karina, hast du es schon gelesen?«
    »Ja, du betrügst mich mit einer Vierunddreißigjährigen.«
    Ich versuchte, locker zu klingen, aber uns war beiden nicht nach Scherzen zumute.
    »Es tut mir leid, das war so unvorsichtig von mir. Die Arschlöcher sind echt überall.«
    Wir schwiegen eine Weile.
    »Wie ist es bei dir gelaufen?«, fragte Daniel schließlich. »Ich meine mit …«
    »Ja, ich weiß schon«, unterbrach ich ihn schnell. »Nicht so gut.« Ich konnte das Zittern in meiner Stimme kaum

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