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In den Armen des Spions

Titel: In den Armen des Spions Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephanie Laurens
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Himmel sei Dank, und eine Reihe Kratzer, die bereits halb verheilt sind. Aber was würde ich für eine Kammer geben, in der wir ungestört sind, vorzugsweise mit einem Bett - selbst ein schmales würde genügen. Wie es sich verhält, gibt es keine Stelle an Bord, wo ich ihn auch nur küssen könnte  - und ich bin ziemlich sicher, dass er mich bei seinem ausgeprägten Ehrgefühl nicht öffentlich küssen würde.
    Wie es scheint, wird der Rest dieses Reiseabschnittes notwendigerweise daraus bestehen, uns auf den nächsten vorzubereiten. Obwohl wir aus dem letzten Zusammenstoß siegreich hervorgegangen sind, herrscht das Gefühl  vor, dass der augenblickliche Frieden nur die Ruhe vor dem Sturm ist.
    Wie jede echte Engländerin werde ich meine Lenden gürten und weitermarschieren.
    E.
    Fünf Tage später stand Emily morgens am Bug der Schebecke neben Gareth und schaute zu, wie der Hafen von Marseille aus dem Dunst über dem Meer vor ihnen auftauchte.
    Es würde ein klarer Tag werden. Zu dem Zeitpunkt, da sie die Hafeneinfahrt passiert hatten und an einem Anlegeplatz an den unvorstellbar geschäftigen Kais angekommen waren, in dem belebtesten Hafen am Mittelmeer, war die Sonne aufgegangen und hatte den Dunst aufgelöst. Jetzt konnten sie alles kristallklar erkennen - was bedeutete, dass jeder, der sie beobachtete, sie ebenfalls erblicken konnte.
    Glücklicherweise war der Wasserstand deutlich niedriger als die hölzernen Kais, sodass von Land aus inmitten des Gedränges aus Schiffen die Passagiere an Bord der Schebecke nicht zu sehen waren - es sei denn, der Beobachter stand direkt davor auf dem Kai und schaute hinab.
    Das war Gareths Meinung nach das Einzige, was für sie sprach. Wolverstones Anweisungen besagten, dass er durch Marseille reisen sollte. Während er verstand, warum das sein musste, und er auch, wenn er alleine mit seinen Leuten gewesen wäre, sich ohne Zögern damit abgefunden hätte, war nun, da Emily und ihre Leute mit ihnen reisten, der Einsatz höher.
    Besonders was nun auf dem Spiel stand, was er nun zu verlieren hatte, war deutlich mehr und wichtiger als er vorher vermutet hatte, dass es der Fall sein würde.
    Dennoch, Not kennt kein Gebot.
    Die Schebecke stieß leicht gegen den Kai. Er schaute sich an Deck um, als die Seeleute ausschwärmten, um das Schiff zu vertäuen. Die Reisegesellschaft stand bereit, jederzeit über den hölzernen Steg von Bord zu gehen und den Hafen so rasch wie möglich hinter sich zu lassen. Die anderen standen bei ihrem Gepäck. Nach sorgfältigem Abwägen hatten sie beschlossen, wieder ihre gewohnte Kleidung anzulegen, europäisch und indisch, je nachdem. Ihre arabische Verkleidung bot hier nicht länger den Vorteil, unbemerkt in der Menge unterzutauchen. Er selbst hatte seine Uniform weggeräumt und trug wieder Zivilkleidung.
    Emily sah neben ihm in ihrem dunklen Umhang über einem blauen Reisekleid reizend und sehr weiblich aus. Sie murmelte ihm zu:
    »So weit wie möglich sollten du und ich das Reden übernehmen.«
    Sie hatte in flüssigem Französisch gesprochen. Nach seinen Jahren im Krieg auf dem Kontinent sprach er ebenfalls akzentfrei Französisch. Zögernd nickte er.
    »Aber, wann immer es möglich ist, spiele bitte die feine Dame und lass Watson für dich reden.« Watson war der Einzige von den anderen, der die Landessprache gut genug beherrschte, um durchzukommen. »Mullins kann sich ausreichend verständlich machen, um mit Kutschern und Stallburschen und ähnlichem zurechtzukommen, aber wenn es keine echte Notwendigkeit gibt, sollten wir - du, Watson und ich - die anderen davor bewahren, irgendetwas sagen zu müssen. Wenn wir als französische Landsleute auf der Heimreise durchgehen, erhöht das unsere Chancen, der Schwarzen Kobra durch das Netz zu schlüpfen.«
    Denn es würde ein Netz geben, das über die ganze Stadt gespannt war. Marseille war der Hafen, durch den er und jeder von den anderen, die auf anderem Wege als um das Kap herum nach England heimkehrten, am wahrscheinlichsten kommen würde. Der Punkt, der für sie sprach, war, dass Marseille so groß war.
    Und überall geschäftiges Treiben herrschte.
    Nachdem sie sich von Dacosta und seiner Mannschaft verabschiedet hatten, begaben sie sich von Bord auf den überfüllten Kai. Sie mischten sich unter die vielen Passagiere, die von oder an Bord der unzähligen Schiffe aus aller Herren Länder an den zahllosen Anlegestegen gingen.
    Ohne erkennbare Eile schritten sie, Emily an Gareths Arm, ihren Kai

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