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Montgomery u Stapleton 02 - Das Labor

Titel: Montgomery u Stapleton 02 - Das Labor Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robin Cook
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erwiderte Kathy. »Wann wollten Sie denn kommen? Ich fürchte, ich muß fast den ganzen Nachmittag an irgendwelchen Konferenzen teilnehmen.«
    »Wie wär’s, wenn ich sofort käme?« schlug Jack vor. »Ich könnte auf das Mittagessen verzichten.«
    »Das nenne ich echten Einsatz«, entgegnete Kathy. »Wie könnte ich da nein sagen? Mein Büro ist im Verwaltungstrakt im Erdgeschoß.«
    »Oh!« entfuhr es Jack. »Laufe ich da nicht Kelley in die Arme?«
    »Das ist eher unwahrscheinlich«, sagte Kathy. »Wir haben im Moment ein paar hohe Tiere von AmeriCare im Haus, und Mr. Kelley dürfte den ganzen Tag von ihnen in Beschlag genommen werden.«
    »Wenn das so ist, bin ich schon unterwegs«, sagte Jack. Er verließ das Institut durch den Haupteingang. Aus dem Augenwinkel registrierte er, wie Slam sich aufrichtete; er hatte sich gegen die Wand eines benachbarten Hauses gelehnt. Jack war zu sehr in Gedanken, um ihm weitere Beachtung zu schenken. Er winkte sich ein Taxi heran und stieg ein. Im Rückspiegel sah er, daß Slam ihm folgte.
     
    BJ war sich nicht sicher gewesen, ob er Jack nach dem kurzen Rendezvous in dessen Apartment wiedererkennen würde, doch als er den Doc aus dem Gerichtsmedizinischen Institut kommen sah, wußte er sofort, daß dies der Mann war, auf den er gewartet hatte.
    Während er sich die Beine in den Bauch gestanden hatte, hatte BJ sich die ganze Zeit gefragt, wer wohl Jacks Beschützer sein mochte. Eine Zeitlang hatte er einen riesigen Muskelprotz im Auge gehabt, der, eine Zigarette nach der anderen rauchend, an der Ecke First Avenue und 30th Street herumgelungert und gelegentlich einen Blick auf den Eingang des Gerichtsmedizinischen Instituts geworfen hatte. Als BJ schon sicher gewesen war, daß dies der Mann sein mußte, war er plötzlich davongeschlendert. Daher war BJ ziemlich überrascht, als Slam sich an Jacks Fersen heftete.
    »Der ist ja noch grün hinter den Ohren«, murmelte er angewidert vor sich hin. Als er sah, wie Jack und Slam jeweils in ein Taxi sprangen, winkte er sich ebenfalls einen Wagen heran. »Erst mal Richtung Norden«, befahl er dem Fahrer. »Drück auf die Tube, Mann!«
    Der pakistanische Fahrer musterte BJ aus dem Augenwinkel und fuhr los. Da das Taxi, in dem Slam saß, ein zerbrochenes Rücklicht hatte, fiel es BJ nicht schwer, es im Auge zu behalten.
     
    Jack sprang aus dem Taxi, eilte hinüber zum Manhattan General und durchquerte die Eingangshalle. Da die Meningokokkengefahr gebannt schien, herrschte wieder Normalbetrieb, so daß Jack sich nicht hinter einer Schutzmaske verbergen konnte. Er stürmte in den Verwaltungstrakt und hoffte, daß Kathy recht gehabt hatte und Kelley wirklich den ganzen Tag beschäftigt war. Zum Glück sah er niemanden, den er kannte. Er sprach die erste Sekretärin an, die ihm über den Weg lief, und fragte sie nach Kathy McBanes Büro. Sie schickte ihn zur dritten Tür auf der rechten Seite. Ohne auch nur eine Sekunde zu vergeuden, eilte Jack den Flur entlang und betrat das Büro.
    »Hallo, Kathy«, rief er. »Ich hoffe, Sie haben nichts dagegen, daß ich die Tür zumache. Es kommt Ihnen vielleicht unverschämt vor, aber wie ich Ihnen ja schon erklärt habe, darf ich einer ganzen Reihe von Leuten hier nicht über den Weg laufen.«
    »Ich habe nichts dagegen«, erwiderte Kathy. »Wenn Sie sich dabei wohler fühlen. Kommen Sie, setzen Sie sich.« Jack nahm auf einem der Stühle vor ihrem Schreibtisch Platz. Das Büro war winzig. Es bot gerade genug Platz für den Schreibtisch, zwei Besucherstühle und einen Aktenschrank. An den Wänden hingen jede Menge Auszeichnungen und Zeugnisse, die Kathy attestierten, daß sie auf ihrem Gebiet hervorragende Leistungen erbracht hatte. Ansonsten wirkte die Einrichtung spartanisch, aber freundlich. Auf ihrem Schreibtisch waren mehrere Familienfotos aufgereiht.
    »Ich mache mir die größten Sorgen wegen dieses jüngsten Pneumoniefalles«, begann Jack ohne jede Einleitung. »Mit primären Influenzaviren ist nicht zu spaßen. Wie hat denn der Ausschuß für die Überwachung von Infektionskrankheiten auf diesen neuen Krankheitsausbruch reagiert?«
    »Wir sind noch gar nicht zusammengetreten«, erwiderte Kathy. »Schließlich ist der Patient erst gestern nacht gestorben.«
    »Haben Sie mit irgendeinem anderen Mitglied des Ausschusses über den Fall gesprochen?«
    »Nein«, sagte Kathy. »Ich verstehe gar nicht, warum Sie sich solche Sorgen machen. In dieser Jahreszeit kommt die Virusgrippe doch ziemlich häufig

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