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Perry Rhodan - 2549 - Feueraugen

Perry Rhodan - 2549 - Feueraugen

Titel: Perry Rhodan - 2549 - Feueraugen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Hubert Haensel
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hörte Kinderlachen und fröhlichen Gesang.
    Vor ihm erstreckten sich Streuobstwiesen und abgeerntete Felder. In der Ferne sah er Frauen

und Männer das letzte Getreide schneiden und zu Garben binden. Sie stellten die Garben

zusammen.
    Wenn ihm jemand gesagt hätte, dass sich diese Welt in der mörderischen Atmosphäre Jupiters

befand, er hätte es nicht glauben wollen. Und doch war es so.
    *
    Der Boden war von Metallzinken aufgerissen worden. Dürres Kraut lag herum, Kinder trugen es

zusammen und schichteten es zu Haufen auf.
    Es war einer dieser Haufen, den jemand in Brand gesteckt hatte. Der anfängliche Rauch, dem

Rhodan nachgegangen war, hatte sich inzwischen weitgehend verflüchtigt. Das trockene Kraut

brannte zischend und knisternd ab, und immer wieder schlugen Flammen fast mannshoch empor.
    Er ging langsam auf das Feuer zu. Kleine Knollen lagen auf dem Feld, ebenso angefaulte, weiche

Früchte. Es lohnte nicht, sich danach zu bücken.
    Rhodan fand endlich eine unbeschädigte Kartoffel und hob sie auf. Mit den Fingern säuberte er

sie vom Erdreich. Die rote, grobporig wirkende, aber glänzende Schale weckte Erinnerungen an

seine Kindheit. Obwohl das lange zurücklag, hatte er das Gefühl, es sei erst gestern gewesen.
    Er gesellte sich zu den Männern und Frauen am Feuer. Nur einige Kinder nahmen Notiz von ihm.

Ein kleines Mädchen reichte ihm einen Kunststoffstab. »Du musst die Kartoffel aufspießen und ins

Feuer halten. Sie ist gar, sobald sie aufplatzt. Aber pass auf, dass sie nicht einseitig

verbrennt.«
    Er lächelte.
    »Ich weiß.«
    Das Mädchen schaute ihn verblüfft an, dann warf es sich herum und rannte davon.
    Rhodan glaubte, die Gedanken der Kleinen zu hören. Was weiß ein Raumfahrer schon von

Kartoffeln? Er lebt nicht in der Atmosphäre eines Planeten, sondern im Weltraum. Ich mag den

Weltraum nicht. Alles Böse kommt von dort. Ich bin froh, dass wir hier die Sterne nicht sehen.

Sie sind böse.
    Er wollte darauf antworten, wollte ihr hinterher rufen, aber sie war schon verschwunden.

Ausgelassen tollten die Kinder drüben zwischen den aufgestellten Getreidegarben.
    Rhodan spießte die rohe Kartoffel auf und hielt sie mit dem Stab in die Flammen.
    Ich weiß nicht einmal, ob Gucky Kartoffeln mag.
    Verärgert schüttelte er den Kopf. Der Mausbiber hatte sich von der Frequenz Monarchie

überwältigen lassen und war damit zum Gegner geworden.
    Die Flammen loderten. Rhodan zog den Stab zurück. Die Kartoffel dampfte. Sie war unten leicht

angebrannt und aufgeplatzt, der Rest wirkte ein wenig bleich. Trotzdem dachte der Terraner nicht

daran, sie noch einmal ins Feuer zu halten.
    Heiß genug war sie, als er sie in die Hand nahm. Er schaffte es trotzdem, die teils

angebrannte Schale mit den Fingern abzuziehen.
    Genussvoll brach er ein Stück ab und schob es sich in den Mund. Es schmeckte nur ein wenig

fad.
    »Du brauchst Salz dazu«, sagte eine markante Stimme neben ihm.
    Rhodan schaute auf. Das Erste, was er bewusst wahrnahm, waren die langen weißen Haare und die

roten Augen des Mannes.
    »Atlan?«, fragte er verwundert. »Ich hätte nie erwartet, dich hier zu treffen. Wieso bist du

hier?«
    »Wieso?«, echote der Arkonide. »Du machst Fehler, Barbar. Du weißt nicht mehr, was deiner

Menschheit zuträglich ist. Mit deiner Flucht machst du alles schlimmer. Hör dir wenigstens an,

was er zu sagen hat.«
    »Wer?« Eine böse Ahnung stieg in Rhodan auf. Aber das konnte nicht sein. Er wollte es nicht

wahrhaben.
    »Warum ziehst du nicht die Unterwerfung vor?«, fragte der Arkonide drängend. »Die Alternative

ist der Tod.«
    »Auch du, mein Freund?«
    Rhodan wollte es nicht glauben. Dennoch war es so. Erst war Gucky beeinflusst worden, nun

Atlan. Er fragte sich, wie es weitergehen sollte. Würde er bald allein sein? Der Einzige, der

noch gegen die Frequenz-Monarchie aufbegehrte?
    Grell flammten Atlans Augen. Wieder dieses stechende Rot, das Rhodan verfolgte, seit er die

Feueraugen bei FATICO zum ersten Mal gesehen hatte.
    Er wollte zurückweichen, aber der Arkonide war schneller. Mit beiden Händen griff Atlan zu und

riss den Terraner an sich, die rechte Hand fuhr in Rhodans Nacken. Ein schneller Dagorgriff

konnte töten.
    »Ich liebe deine Menschheit mehr, als du denkst«, schleuderte Atlan ihm entgegen. »Ich dulde

nicht, dass du alles zugrunde richtest, was wir gemeinsam aufgebaut haben. Nicht VATROX- CUUR ist

unser Feind: Der Gegner ist

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