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Schwert und Laute

Schwert und Laute

Titel: Schwert und Laute Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Sonia Marmen
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in einer ziemlich üblen Lage. Diese Männer wirkten alles andere als Vertrauen erweckend.
    »Was hast du vor?«
    Liam antwortete mir nicht gleich, sondern fuhr fort, die Männer zu beobachten. Dann legte er eine Hand auf meinen Arm und sprach mich leise an.
    »Nichts.«

    »Aber ...«
    »Tuch !«
    Er widmete sich noch eine Weile der genauen Beobachtung ihres Tuns und Treibens. Die Männer wirkten entspannt und schickten sich an, ihr Mittagessen zu kochen.
    »Ich verstehe nicht, warum ...«
    »Wir müssen uns einen Eindruck von ihrer Stärke verschaffen. Wissen, womit wir es zu tun bekommen.«
    »Aha.«
    Isaak tippte Liam auf die Schulter.
    »Das ist tatsächlich Ewen Campbells Bande. Ich habe noch drei andere von den Kerlen erkannt, darunter Alexander Grant und Archie Macgregor.«
    »Hmmm... Ganz schön schwierige Brocken. Die werden wir mit einer List in unser Netz locken müssen.«
    Liam fuhr sich mit der Hand durchs Haar und seufzte. Immer noch in Hockstellung, kroch er zurück und zog mich hinter sich her. Wir flüchteten uns hinter einen dicken Felsen.
    »Caitlin«, befahl er mir kaum hörbar, »du rührst dich nicht von der Stelle. Ich werde einen Bogen auf die andere Seite schlagen und versuchen, noch weitere Männer zu erkennen. Das dürfte nicht allzu lange dauern. Hast du mich verstanden?«
    »Ja.«
    »Isaak, du behältst sie im Auge. Wenn ihr irgendetwas zustößt...«
    Ein Schatten verdüsterte seinen Blick. Isaak verstand die unausgesprochene Drohung, nickte und bezog einige Fuß von mir entfernt hinter einem Baum Stellung. Liam verschwand im Wald, gefolgt von Robbie und Adam. Ich setzte mich auf die Fersen, lehnte mich gegen den Felsen und wartete.
    Die Sonne brannte heiß herunter, und die Hitze setzte mir furchtbar zu. Bald war mein Mieder schweißüberströmt. Ich bewegte mich ein wenig, um meine Waden zu entlasten, die von schmerzhaften Krämpfen gequält wurden, doch dann verlor ich das Gleichgewicht, stützte mich mit einer Hand am Felsen ab und zog sie dann mit einem erstickten Schrei zurück. Ekel stieg in mir auf, als ich die mehrere Zoll lange, widerliche schwarze Nacktschnecke
sah, die ich zerquetscht hatte. Angewidert wischte ich meine klebrige Hand an meinem Rock ab. Ein leises Lachen ließ mich herumfahren; Isaak beobachtete mich belustigt. Als er sah, dass das arme Tier harmlos gewesen war, kehrte er auf seinen Posten zurück. Nachdem ich mir ziemlich sicher war, dass er mich nicht sehen konnte, streckte ich ihm die Zunge heraus.
    Plötzlich erschallte ein ordinäres Lachen. Ich erstarrte. Es wurde von einer unflätigen Bemerkung an die Adresse einer der Damen gefolgt, die den Trupp begleiteten. Die Frau schüttete sich vor Lachen aus und bedachte den Mann mit einer ebenso groben Antwort. Ich lugte vorsichtig um den Felsblock herum. Die Dame war mit einem der Männer in der Hütte verschwunden, und der Mann, der gesprochen hatte, kam auf uns zu. Isaak hatte sich, wohl verborgen im Schatten seines Baumes, aufgerichtet und hielt sein Messer in der Hand.
    Ich hörte Zweige knacken, dann das Plätschern eines Wasserstrahls. Ich riss die Augen auf, hielt die Luft an und machte mich hinter meinem Felsen, an dem der Mann sein Wasser abschlug, so klein wie möglich. Isaak rührte sich nicht, lag auf der Lauer und blieb in seiner Deckung.
    Das Blut pochte in meinen Schläfen. In meiner Nähe huschte etwas durch das Gras, und ich drehte den Kopf. Eine Schlange flüchtete und wand sich eilig zwischen den Zweigen hindurch. Unwillkürlich entfuhr mir ein Schreckensschrei, und ich schlug entsetzt eine Hand vor den Mund. Aber es war zu spät. Der Mann hatte seine Verrichtung unterbrochen. Ich warf Isaak einen verzweifelten Blick zu, doch der bedeutete mir, mich ruhig zu halten. Eine unheimliche Stille senkte sich herab. Einen Moment lang glaubte ich, der Mann wäre fort, doch ich wurde rasch eines Besseren belehrt, als ich ein Knacken und dann das Klicken vernahm, mit dem eine Waffe scharf gemacht wurde. Plötzlich erschien der Schatten des Mannes neben mir auf dem Boden. Er wurde langsam größer, und eine Waffe bildete die Verlängerung seines ausgestreckten Arms. Dann trafen sich unsere Blicke.
    Kurz starrte er mich verblüfft an, dann entspannten seine Züge sich nach und nach.
    »Sieh da, ein verirrtes Schaf!«

    Ich sprang auf, bereit, Fersengeld zu geben. Der Mann ahnte meine Absicht, wollte mich an der Flucht hindern und stolperte über einen Stein. Ich konnte seine Hand, die sich um meinen Arm

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