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Todesnacht - Booth, S: Todesnacht - Scared to Live

Titel: Todesnacht - Booth, S: Todesnacht - Scared to Live Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Stephen Booth
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Fremdsprache. »Wie bitte, Sir?«
    »In der Chefetage. Sie sind vorerst damit einverstanden, dass wir die Rose-Shepherd-Untersuchung fortsetzen, aber ich muss alle auf dem Laufenden halten. Volle Informationen über sämtliche Entwicklungen.«

    »Aha. Und wer sind ›alle‹?«
    »Ich habe eine ziemlich lange Liste. Wie man erwarten würde, sind der MI5 und die Special Branch momentan zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, und die Serious Organized Crime Agency steckt noch in den Kinderschuhen. Aber alle wollen trotzdem genau im Auge behalten, was wir tun.«
    »Falls wir es völlig vermasseln.«
    »So könnte man es sagen.«
    »Wissen Sie, Sir, wenn man Zyniker wäre, könnte man fast denken, sie hoffen schon aus Prinzip, dass wir es vermasseln. Nach dem Motto: ›Gebt ihnen genug Seil, dann hängen sie sich selbst auf.‹«
    Kessen seufzte. »Da könnten Sie recht haben. Aber wir müssen trotzdem weitermachen und das bestmögliche Ergebnis erzielen. Lassen Sie uns Sergeant Kotsev eine Kopie des Berichts ins Holiday Inn schicken, damit er morgen früh auf dem Laufenden ist. Die C-Division möchte ihn sich morgen ebenfalls ausleihen, damit er ihnen Hintergrundinformationen zu den Zhivkos geben kann.«
    »Ich habe gerade Detective Sergeant Fry angerufen, um sie auf den neuesten Stand zu bringen«, sagte Hitchens. »Anscheinend trifft sie sich heute Abend noch mit Kotsev.«
    »Oh? Tja, ich bin froh, dass wir uns gastfreundlich zeigen«, sagte Kessen.

24
     
     
     
     
    F ry war gerade auf dem Nachhauseweg durch Edendale, als sie Hitchens’ Anruf entgegennahm. Nachdem sie von der Meadow Road abgebogen war, steuerte sie ihren Peugeot über ein holpriges Stück Straße vor dem ehemaligen Viehmarkt und zuckte zusammen, als sie mit einem Vorderrad durch ein tiefes Schlagloch fuhr und schlammiges Wasser über ihren linken Kotflügel spritzte.
    »Ja, ich habe von der Explosion in Chesterfield gehört. Inwiefern ist sie für uns von Interesse? Oh, tatsächlich?«
    Während Fry zuhörte, starrte sie auf die baufälligen Gebäude, bei denen es sich um die ehemaligen Geschäftsräume des Vieh-Auktionators Pilkington & Sons handelte. Die Abbrucharbeiter hatten zwei Reihen von Schafhürden übrig gelassen, die jetzt der Witterung ausgesetzt waren. Verrostete Gatter fielen aus den Angeln, und Eisenstangen waren von Vandalen oder von panischen Tieren verbogen worden.
    »Die Brüder Zhivko? Das ist mehr als ein Zufall... ja, da möchte ich wetten.«
    Fry fühlte sich plötzlich müde, und ein unerklärliches Schaudern durchfuhr sie. Allerdings nicht beim Gedanken an die Explosion, die die Zhivkos in einer Straße in Chesterfield getötet hatte. Ihre Furcht hatte eine andere Ursache, die näherlag.
    »Ja, natürlich, Sir. Ich werde mit Sergeant Kotsev zusammenarbeiten.«
    Sie beendete das Gespräch und betrachtete sich im Rückspiegel,
wobei sie nach einer Spur jener Furcht in ihren Augen suchte.
    »Oh, ja – zusammenarbeiten. Genau das werde ich tun.«
    Fry blieb noch eine Weile in ihrem Wagen sitzen. Ein Teil des Viehmarkt-Hauptgebäudes stand noch, trist und ohne Dach. Durch den Maschendrahtzaun mit seinen »Betreten verboten«-Schildern konnte sie gerade noch den Rand des Verkaufsrondells erkennen. Von den hölzernen Sitzreihen, die früher ein Amphitheater gebildet hatten, in das verängstigte Tiere zur Auktion getrieben wurden, war fast nichts mehr übrig.
    Die Schließung von Pilkington & Sons hatte zur Folge, dass an Markttagen nicht mehr das halbe Stadtzentrum von Viehtransportern blockiert wurde. Ben Cooper war allerdings der Meinung, dass Edendale eines lebenswichtigen Aspekts beraubt worden sei. Er sagte, dass seine lange Geschichte als ländliche Marktstadt damit ein Ende gefunden habe und es von seinem landwirtschaftlichen Hinterland abgegrenzt worden sei.
    Doch für Fry hatte der Viehmarkt eine andere Bedeutung. Es war der Ort, an dem sie einst geglaubt hatte, sterben zu müssen.
    Sie hob instinktiv die Hand und berührte die leichte Wölbung unter ihrer Haut, das Überbleibsel einer Narbe, von der alle sagten, dass sie nicht mehr sichtbar sei. Vielleicht hatten sie recht. Doch sie selbst sah sie jedes Mal, wenn sie in den Spiegel blickte.
    Fry schaute auf die Uhr und erinnerte sich, wie wenig Zeit ihr blieb, um nach Hause zu fahren und sich umzuziehen, ehe sie sich wieder auf den Weg machen musste. Sie ließ ihren Wagen langsam am Zaun entlangrollen. Dabei verspürte sie einen merkwürdigen Widerwillen, sich von

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