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Yelena und die Magierin des Südens - Snyder, M: Yelena und die Magierin des Südens

Yelena und die Magierin des Südens - Snyder, M: Yelena und die Magierin des Südens

Titel: Yelena und die Magierin des Südens - Snyder, M: Yelena und die Magierin des Südens Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Maria V. Snyder
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waren?
    „Wir sind jetzt Kundschafter in der Elitetruppe des Commanders“, erzählte Janco stolz.
    Und Ari ergänzte: „Wir stehen tief in deiner Schuld. Wenn du mal Hilfe brauchst, sag uns Bescheid.“
    Seine Worte brachten mich auf eine kühne Idee. Brazell war zwar gegangen, aber er stellte immer noch eine Bedrohung dar. Rasch überlegte ich, ob meine Bitte irgendwelche Nachteile für mich haben könnte.
    „Ich brauche tatsächlich Hilfe“, sagte ich schließlich.
    Verblüfft sahen sie mich an. Ari erholte sich zuerst von seiner Überraschung. „Wobei?“, fragte er misstrauisch.
    „Ich muss lernen, wie man sich selbst verteidigt. Könnt ihr mir Selbstverteidigung beibringen – und wie man eine Waffe benutzt?“ Ich hielt den Atem an. Verlangte ich zu viel von ihnen? Aber ich hatte ja nichts zu verlieren, falls sie ablehnten. Wenigstens hatte ich es versucht.
    Ari und Janco warfen sich einen Blick zu. Sie zogen dieAugenbrauen hoch, legten die Köpfe schräg, spitzten die Lippen und gestikulierten mit den Händen. Erstaunt sah ich ihrer stummen Diskussion über meine Bitte zu.
    „Was denn für eine Waffe?“, wollte Ari wissen. Wieder lag ein Zögern in seiner Stimme.
    Meine Gedanken überstürzten sich. Ich brauchte etwas, das klein genug war, um es in meiner Uniform verstecken zu können. „Ein Messer“, sagte ich schließlich. Das, welches ich mir von Rand ausgeliehen hatte, musste ich ja in die Küche zurückbringen.
    Als sie ihr Mienenspiel fortsetzen, hatte ich den Eindruck, dass Ari zustimmte. Nur Janco schaute unbehaglich drein, als ob ihm der Gedanke missfiel.
    Schließlich wurde ich ungeduldig. „Hört zu“, sagte ich, „ich kann verstehen, wenn ihr ablehnt. Ich will euch nicht in Schwierigkeiten bringen, und ich weiß, was Janco von mir denkt. Ich glaube, er hat gesagt ‚Sie ist eine Verbrecherin‘. Ja, genau das waren seine Worte. Wenn eure Antwort also Nein lautet, ist das in Ordnung.“
    Verdattert sahen sie mich an.
    „Woher weißt du …“ begann Janco, aber Ari versetzte ihm einen Rippenstoß.
    „Sie hat uns im Wald belauscht, du Dummkopf. Wie nahe warst du dran?“
    „Drei Meter.“
    „Verflixt.“ Ari schüttelte den Kopf, sodass seine dichten blonden Locken wippten. „Wir machen uns mehr Sorgen um Valek. Wenn er nichts dagegen hat, unterrichten wir dich, einverstanden?“
    „Einverstanden.“
    Ari und ich reichten uns die Hand. Als ich mich an Jancowandte, schien er tief in Gedanken versunken.
    „Ein Schnappmesser“, verkündete er, während er meine Hand ergriff.
    „Was?“, fragte ich.
    „Ein Schnappmesser ist besser als ein einfaches Messer“, erklärte Janco.
    „Und wo bewahre ich dieses … Schnappmesser auf?“
    „An deinem Oberschenkel. Du schneidest ein Loch in deine Hosentasche. Wenn du angegriffen wirst, ziehst du es heraus, lässt es aufschnappen, und dann hast du eine zwanzig Zentimeter lange Klinge zur Verfügung.“ Janco demonstrierte mir, wie es funktionierte, und tat so, als würde er Ari erstechen. Der packte sich mit einer theatralischen Geste an den Bauch und fiel zu Boden.
    Perfekt, dachte ich. Begeistert von der Idee, die Kunst der Selbstverteidigung zu erlernen, fragte ich: „Wann fangen wir an?“
    Janco kratzte seinen Spitzbart. „Da Valek noch nicht zurück ist, könnten wir mit ein paar Grundübungen beginnen. Dagegen ist nichts einzuwenden.“
    „Die Schritte könnte sie auch lernen, wenn sie den Soldaten beim Training zuschaut“, pflichtete Ari seinem Kumpel bei.
    Dann fassten sie einen Entschluss: „Unseretwegen sofort“, sagten sie wie aus einem Mund.

17. KAPITEL
    Z wischen den beiden riesigen Soldaten kam ich mir vor wie eine Kirsche zwischen zwei Melonen. Erste Zweifel beschlichen mich. Die Vorstellung, dass ich mich gegen jemanden von Aris Größe verteidigen könnte, war geradezu lächerlich. Wenn er wollte, konnte er mich wie eine Feder vom Boden heben und über seine Schulter werfen, und ich konnte nichts dagegen ausrichten.
    „Gut. Beginnen wir mit ein wenig Selbstverteidigung“, erklärte Ari. „Keine Waffen, bis dir die Grundstellungen in Fleisch und Blut übergegangen sind. Es ist besser für dich, mit bloßen Händen zu kämpfen, als ein Messer zu benutzen, mit dem du noch gar nicht richtig umgehen kannst. Ein geschickter Gegner würde dich einfach entwaffnen. Dann hättest du gleich zwei Probleme: du würdest nicht nur angegriffen, sondern müsstest dich auch noch gegen dein eigenes Messer zur Wehr setzen.“
    Ari

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