Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

Zurueck ins Glueck

Titel: Zurueck ins Glueck Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Suzanne Higgins
Vom Netzwerk:
gehalten, dort
seine Flitterwochen zu verbringen. Wie hatte er ahnen können, dass er statt seiner Frau seine Mutter am Hals haben würde? Die Direktion des Sandy Lane hatte die Buchung der Flitterwochensuite anstandslos storniert und stattdessen ein geräumiges Apartment mit zwei Schlafzimmern für ihn reserviert. Beide Räume hatten einen herrlichen Meerblick.
    Cameron setzte sich auf seiner Liege auf. Das Wasser war glasklar, gelegentlich sah er einen fliegenden Fisch über die Oberfläche hinwegschießen. Sandy Beach lag an der Westküste der Insel, hier war das Meer fast immer ruhig. An der zum Atlantik gelegenen Ostküste wehte ständig ein kräftiger Wind. Der Nachmittag war schon halb verstrichen, bald würde die Sonne hinter dem Horizont versinken. Den Sonnenuntergang zu betrachten, galt hier als eine Art Nationalsport, erinnerte sich Cameron, während er überlegte, welchen Cocktail er sich als Dämmerschoppen bestellen sollte.
    Gegen seinen Willen musste er an das Gespräch zurückdenken, das er am Abend zuvor mit seiner Mutter geführt hatte. Seine Mutter hatte das Thema Samantha zur Sprache gebracht. »Cameron, denkst du eigentlich ab und zu an sie?«
    »Ehrlich gesagt tue ich mein Bestes, um nicht an sie zu denken.«
    »Vor zwei Tagen war sie noch deine Braut, Sohn. Du musst doch noch etwas für sie empfinden.«
    »Mutter, ich möchte dich bitten, das Thema zu wechseln.« Cameron blickte sich verstohlen um, um sicherzugehen, dass niemand ihr Gespräch mit anhören konnte. Die Tische am Strand standen jedoch ziemlich weit voneinander entfernt, und private Unterhaltungen verklangen
in der schwarzen Nacht, wie er erleichtert feststellte. Das einzige Geräusch war das unaufhörliche Plätschern der Wellen.
    Rose ließ nicht locker. »Vor zwei Tagen wolltest du Samantha noch heiraten. Das heißt doch wohl, dass du sie geliebt hast.«
    »Natürlich habe ich sie geliebt«, fauchte er.
    »Daran kann sich doch nichts geändert haben, nur weil ihre Mutter ein paar abscheuliche Lügen verbreitet hat.«
    »Mutter…« Cameron bezwang sich gerade noch rechtzeitig. Er war nahe daran gewesen, ihr zu offenbaren, dass es sich keineswegs um Lügen handelte. Rose würde vor Wut platzen, wenn sie von James’ Affäre erfuhr.
    »Was ist, mein Junge?«
    »Ach, nichts. Wie schmeckt dein Essen?«
    »Köstlich. Die Küche hier ist erstklassig, das muss ich schon sagen. Aber das Essen ist momentan zweitrangig. Ich mache mir Sorgen um deine Zukunft.« Sie lächelte ihren Sohn liebevoll an und griff erneut nach seiner Hand.
    »Hör zu, Mum, begreifst du denn nicht, dass sich meine Gefühle für Samantha nach allem, was passiert ist, gewaltig abgekühlt haben?«
    »Das ist doch lächerlich.«
    »Ganz und gar nicht. Ich meine es ernst.« Cameron betrachtete angelegentlich das Tunfischsteak auf seinem Teller.
    »Cameron, man hört nicht einfach auf, einen Menschen zu lieben, mit dem man sein ganzes Leben verbringen wollte – nicht von heute auf morgen!«

    »Ich schon.«
    Rose, die schon an ihren besten Tagen sehr wenig aß, legte verdrossen Messer und Gabel beiseite. Sie hatte ihr Essen kaum angerührt.
    »Wie war dein Fisch? Er hat wunderbar ausgesehen«, lenkte Cameron ab.
    »Gut. Ich habe bloß keinen Appetit mehr.«
    »Mach bitte nicht während des gesamten Urlaubs so weiter, Mutter. Ich bin schon ein großer Junge, und mein Liebesleben ist allein meine Sache.«
    Rose änderte ihre Taktik. »Hast du die vielen Gespräche vergessen, die wir miteinander geführt haben, Cameron? Samantha ist aus mehr als nur einem Grund die perfekte Frau für dich.«
    »Ich möchte jetzt nicht mehr darüber reden – jetzt nicht und auch sonst nirgendwann, wenn ich ehrlich sein soll.« Jetzt war auch Cameron der Appetit vergangen. Sowie er Messer und Gabel zusammenschob, trat ein Kellner an ihren Tisch und räumte lächelnd Teller und Platten ab. Der englische Einfluss schlug hier deutlich durch, die Mahlzeiten verliefen äußerst förmlich, und es herrschte eine strenge Kleiderordnung.
    »Darf ich Ihnen die Dessertkarte bringen?«, fragte eine zweite Kellnerin freundlich.
    »Nein, danke. Ich habe keinen Hunger mehr«, lehnte Rose merklich verstimmt ab.
    Cameron lächelte das junge Mädchen entschuldigungsheischend an. »Ich nehme einen Irish Coffee. Was ist mit dir, Mutter?«
    »Warum nicht? Bringen Sie mir auch einen, aber achten Sie darauf, dass er mit Judges Whiskey zubereitet wird. Minderwertiger Whiskey verdirbt den Geschmack.«

    Nachdem

Weitere Kostenlose Bücher