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Todesrennen

Todesrennen

Titel: Todesrennen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Cussler
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wünsche ich eine angenehme Heimreise.«
    Mürrisch verzog Musto das Gesicht. »Wie soll ich es schaffen, in zwei Tagen in New York zu sein?«
    Isaac zog seine schwere goldene Uhr an ihrer Kette aus der Westentasche, klappte den Deckel auf und zeigte Musto die Uhrzeit. »Wenn Sie rennen, kriegen Sie den Milchzug nach Chicago noch.«
    »Johnny Musto benutzt niemals einen Milchzug.«
    »Wenn Sie in Chicago sind, können Sie in den Twentieth Century Limited umsteigen.«
    »Was ist mit dem Rennen?«
    »Zwei Tage. New York.«
    Ärgerlich vor sich hinmurmelnd, machten sich der Buchmacher und seine Leibwächter aus dem Staub.
    James Dashwood kletterte von seinem Horchposten auf dem Dach des Güterwagens herab.
    Bell zwinkerte. »Damit wäre einer aus dem Geschäft. Aber er ist nicht der einzige windige Wetthai, der dem Renn-Tross folgt, daher möchte ich, dass Sie die anderen im Auge behalten. Sie haben die offizielle Genehmigung, genug Wetten abzuschließen, so dass Sie dort gerne gesehen sind.«
    »Meinen Sie, dass Musto noch mal auftauchen wird?«, fragte Dash.
    »Er ist nicht dumm. Unglücklicherweise ist der Schaden aber bereits angerichtet.«
    »Wie meinen Sie das, Mr. Bell?«
    »Die Reporter, die er bestochen hat, haben ihre Berichte längst abgeschickt. Wenn, was ich glaube, ein Saboteur versucht, die Führenden aus dem Rennen zu werfen, dann hat unser Freund Musto Sir Eddison-Sydney-Martin genau in sein Fadenkreuz gerückt.«

29
    Weitere schwere Gewitter, wie sie für Illinois in dieser Jahreszeit typisch waren, rissen das Rennen auseinander. Die zurückliegenden Flieger, die wegen mechanischer Defekte und fehlerhafter Manöver auf Grund zunehmender Erschöpfung erst verspätet in Peoria gestartet waren, machten in Springfield Zwischenstation. Die Führenden hingegen, Steve Stevens und Sir Eddison-Sydney-Martin, trotzten den dunklen Wolken, die sich im Westen auftürmten, und kämpften sich in der Hoffnung weiter, die Rennbahn in Columbia zu erreichen, ehe die Unwetter sie vom Himmel holten.
    Josephine, die sich zwischen den Führenden und den Nachzüglern befand, versuchte nach wie vor, ihren Rückstand zu verringern. Isaac Bell blieb bei ihr und hielt nach Harry Frost Ausschau.
    Die Hilfszüge der Führenden begleiteten sie bei ihrem Flug, dann schaufelten die Heizer zusätzliche Kohle in die Feuerung, damit die Züge vorausfuhren und auf der Rennbahn bereits mit Zeltplanen warteten, um die Flugmaschinen vor dem Regen zu schützen, und außerdem Zeltanker und Stricke bereithielten, um sie sturmsicher zu befestigen.
    Marco Celere spielte seine freundliche und hilfsbereite Dmitri-Platow-Rolle bis zum Exzess und kommandierte Steve Stevens’ umfangreiche Entourage aus Mechanikern, Helfern und Dienern beim Sichern des großen weißen Doppeldeckers herum. Dann schnappte er sich drei Ölhautmäntel und rannte los, um mitzuhelfen, Josephines und Bells Maschinen zu sichern, nachdem sie ebenfalls aus einem Himmel herabgestürzt waren, der plötzlich von Blitzen zerrissen wurde.
    Die beiden gelben Eindecker rollten hüpfend noch ein kurzes Stück weit und blieben dann Sekunden vor Einsetzen eines Wolkenbruchs stehen.
    Celere warf Josephine einen Regenmantel zu und reichte den zweiten Isaac Bell, der diese Geste mit einem knappen »Danke, Platow« quittierte und dann laut rief: »Kommen Sie, Josephine, die Jungs kümmern sich schon um die Maschinen und werden den Rest erledigen.« Er legte einen langen Arm um ihre Schultern und zog sie weg, während er zu Platow sagte: »Stellen Sie sich bloß vor, man müsste Mr. Van Dorn melden, dass Amerikas Sweetheart in der Luft von einem Blitz getroffen wurde.«
    »Ich helfe hier, keine Sorge.« Platow schlüpfte in seinen eigenen Regenmantel. Dicke Regentropfen wirbelten Staub hoch. Für einen kurzen Augenblick schienen sie in der glühenden Hitze zischend zu verdampfen. Dann färbte sich der Himmel schwarz wie die Nacht, und ein eisiger Wind trieb dichte Regenvorhänge über das Innenfeld. Die letzten Zuschauer rannten Schutz suchend zu dem Hotel, das direkt neben der Tribüne stand.
    Bells Männer – Andy Moser und seine Helfer – zogen Planen über die Eagle.
    Eustace Weed, der neue Mechaniker, den Bell in Buffalo eingestellt hatte, sagte: »Alles okay, Mr. Platow. Wir schaffen das schon.«
    Celere beeilte sich, Josephines ungeschickten Detektiv-Mechanikern dabei zu helfen, ihre Maschine zu fixieren, und wurde wieder daran erinnert, wie sehr er trotz allem darunter litt,

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